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Parodontitis (Parodontose): Symptome, Ursachen und mehr

Als Parodontitis oder Parodontose bezeichnen Mediziner die Entzündung des Zahnbettes, welches auch als Zahnhalteapparat bekannt ist. Im gesunden Zustand sorgt es für den festen Halt der Zähne. Bei Parodontitis ist der Bereich durch Infektionen beschädigt, wodurch sich die Zähne schlimmstenfalls lockern und ausfallen. Hier erfahren Sie mehr dazu!

Ursachen und Risikofaktoren von Parodontitis (Parodontose)

Experten schätzen, dass in Deutschland bei jedem zweiten Erwachsenen eine Parodontitis vorliegt.1 Doch woher kommt die Entzündung? Ursache für die Parodontose ist meist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Besteht sie über einen längeren Zeitraum, kann sie sich verschlimmern und zur Parodontitis führen.

Die Parodontose entsteht langsam in mehreren Schritten:2

  • Durch die Entzündung und zunehmende Ablagerungen weicht das Zahnfleisch zurück.
  • Ein Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch (Zahnfleischtasche) entsteht, der in Extremfällen sogar bis zu einem Zentimeter tief ist.3
  • Bakterien gelangen in die Zahnfleischtaschen, lagern sich an den Zahnhälsen und -wurzeln an und verfestigen sich.
  • Die Entzündung weitet sich durch die bakteriellen Ablagerungen über die Zahnhälse bis auf den Kieferknochen aus.

Langfristig hat die Infektion den Abbau von Knochengewebe zur Folge, wodurch die Zähne nicht mehr richtig halten und sogar ausfallen können.4

Da der Parodontitis in der Regel eine Zahnfleischentzündung voraus geht, sind die Risikofaktoren für die Entstehung identisch:5

  • unzureichende Mundhygiene
  • Rauchen
  • geringer Speichelfluss
  • eng stehende Zähne oder Zahnspangen
  • zuckerhaltige Ernährung
  • geschwächte Immunabwehr (beispielsweise durch Stress oder Immunsuppressiva)
  • Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes mellitus)
  • Medikamente (zum Beispiel Arzneimittel gegen Bluthochdruck)
  • veränderter Hormonhaushalt (unter anderem in der Schwangerschaft)

Doch auch das Alter im Allgemeinen gilt als Auslöser für Parodontitis, denn bei vielen betagten Menschen kommen mehrere Risikofaktoren zusammen.6 So kann es beispielsweise sein, dass eine Zahnfleischentzündung aufgrund von Medikamenteneinnahme oder einer Grunderkrankung nicht mehr ausheilt. Hinzu kommt, dass die Immunleistung mit den Jahren immer mehr abnimmt, die Entzündung chronisch wird und über die Zeit vom Zahnfleisch auch auf den Zahnhalteapparat übergeht.

Symptome: Wie zeigt sich eine Parodontitis?

Ähnlich wie die Zahnfleischentzündung verursacht auch eine Parodontose oft erst im späteren Stadium Beschwerden.7 Zudem verläuft die Parodontitis schubweise: Aktive Phasen, in denen beispielsweise Schmerzen oder Zahnfleischbluten auftreten, wechseln sich mit Perioden ab, in denen die Entzündung ruht und sich das Gewebe sogar teilweise wieder erholt.8

Symptome einer Parodontitis im frühen Stadium sind:

  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten sowie Schmerzen bei stärkerer Beanspruchung (beispielsweise beim Zähneputzen)
  • Mundgeruch

Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, kommen in der Regel folgende Krankheitszeichen hinzu:9

  • sichtbare Zahnhälse („lange Zähne“)
  • empfindliche Zähne
  • schmerzendes Zahnfleisch
  • Zahnfleischtaschen
  • Verschieben, Wackeln oder Ausfallen der Zähne

Die Diagnose stellt der Zahnarzt: Neben einer ausführlichen Schulung zur effektiven Mundhygiene bei Parodontitis erläutert er Ihnen auch eine mögliche Behandlung und Therapie.

Behandlung: Möglichkeiten bei Parodontitis

Grundsätzlich gilt bei der Parodontitis: Je früher sie entdeckt wird, desto besser. Die Parodontitis kann von allein nicht ausheilen und verschlimmert sich immer weiter, wenn Betroffene keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Eine Behandlung kann ein Fortschreiten der Erkrankung aufhalten und so je nach Stadium weitere Schäden und Zahnverluste verhindern.

Grundlage hierfür ist eine optimale Mundhygiene – mit täglicher Zahnreinigung sowie dem Einsatz von Zahnseide und Zungenschabern. Zudem empfiehlt sich die Verwendung von antiseptischen Mundspüllösungen, um entzündungsauslösende Bakterien zuverlässig abzutöten.

Neben der richtigen Mundhygiene sind auch regelmäßige Behandlungen durch den Zahnarzt erforderlich, um die Verschlimmerung der Parodontose zu verhindern.

Parodontitis-Behandlung

Die Behandlung von Parodontose erfolgt, wenn der Zahnarzt bei einer Kontrolluntersuchung Zahnfleischtaschen feststellt, die vier Millimeter oder tiefer sind.10 Der Zahnarzt entfernt dann alle weichen Zahnbeläge (Plaque) und harten Ablagerungen (Zahnstein) sowohl auf den Zahnflächen als auch unterhalb des Zahnfleischrandes. Außerdem erklärt er Ihnen die richtige Mundhygiene und was Sie hierbei tun können, um die Anzahl krankmachender Bakterien auch zu Hause bestmöglich zu verringern.

Geschlossene chirurgische Behandlung

Bringen die Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg, ist die geschlossene chirurgische Behandlung bei Parodontose eine weitere Therapiemöglichkeit. Der operative Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt. Mithilfe speziell geformter Instrumente oder Ultraschall entfernt der Zahnarzt vorsichtig bakterielle Beläge und feste Ablagerungen am Zahnhals und der Zahnwurzel.11

Offene chirurgische Behandlung

Wenn die genannten Therapieversuche keine ausreichende Verbesserung der Zahngesundheit erzielen, bietet der Zahnarzt Ihnen unter Umständen eine offene chirurgische Behandlung an. Sie ist vor allem sinnvoll, wenn die Zahnfleischtaschen eine Tiefe von sechs Millimetern und mehr erreichen.12

Die offene chirurgische Behandlung findet unter örtlicher Betäubung statt und besteht aus mehreren Schritten:

  • Der Mediziner löst das Zahnfleisch von den betroffenen Zähnen und klappt es zurück.
  • Nun sind die Zahnhälse optimal erreichbar und der Fachmann beseitigt verhärtete bakterielle Ablagerungen.
  • Zuletzt vernäht der Zahnexperte das Zahnfleisch so, dass es eng am Zahn anliegt und Bakterien nicht erneut in Richtung der Zahnhälse und -wurzeln einwandern.

Nach rund einer Woche sind die Nähte so verheilt, dass der Zahnarzt die Fäden ziehen kann.13

Strukturierte Nachsorgeuntersuchungen

Egal, welche der Behandlungen zum Einsatz kommt: Strukturierte Nachsorgeuntersuchungen sind bei Parodontose ein absolutes Muss, um den Therapieerfolg zu sichern. Zahnärzte bezeichnen das als unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT). Sie beginnt drei bis sechs Monate nach der ersten Parodontose-Behandlung und erstreckt sich je nach Verlauf über mindestens zwei Jahre.14

Ziel der Nachsorge ist es, die Wirksamkeit der Behandlungen einschätzen zu können, den Therapieverlauf zu kontrollieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten, damit die Parodontitis nicht weiter fortschreitet.

Bei den entsprechenden Untersuchungen kontrolliert der Zahnarzt den Zustand der Zähne, der Zahnfleischtaschen sowie des Zahnfleisches und führt bei Bedarf eine erneute Reinigung durch. Mitunter sind Röntgenaufnahmen sinnvoll, um besser zu erkennen, ob sich der Kieferknochen abgebaut hat.

Weitere Tipps und Hilfe: Parodontose vorbeugen

Bis zu einem fortgeschrittenen Stadium der Parodontitis muss es gar nicht kommen, denn die gute Nachricht ist: Sie können rechtzeitig vorbeugen, um die Entwicklung einer Parodontose zu verzögern oder sogar ganz zu verhindern.

Hierfür ist insbesondere die richtige Mundhygiene entscheidend. Dazu gehören:

zweimal am Tag Zähne putzen (richtige Putztechnik beachten!)

einmal täglich Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen

antibakterielle Mundspüllösungen für schwer erreichbare Stellen verwenden

halbjährlich den Zahnarzt zur Kontrolluntersuchung aufsuchen

Sollten Sie sich unsicher sein, wie die Anwendung erfolgt, hilft Ihnen der behandelnde Zahnarzt gerne weiter. Er kann zudem eine professionelle Zahnreinigung anbieten, bei der er unter anderem auch hartnäckige Zahnbeläge in schwer erreichbaren Arealen sorgfältig entfernt.

Zur Früherkennung einer Parodontitis gibt es spezielle Vorsorgeuntersuchungen. Bei einer Parodontose-Untersuchung geht der Zahnarzt mit einer Parodontal-Sonde Zahn für Zahn ab und untersucht Ihre Zahnreihen auf

  • tiefere Zahnfleischtaschen
  • Zahnfleischrückgang
  • Zahnfleischblutungen
  • gelockerte Zähne

Außerdem bestimmt er den Parodontalen Screening-Index (PSI), der die Tiefe der Zahnfleischtaschen angibt und frühzeitig eine eventuelle Parodontose aufzeigt. Gesetzlich Krankenversicherte haben alle zwei Jahre Anspruch auf diese Untersuchung.15

FAQs: Fragen und Antworten zum Thema Parodontose

Was sind die Ursachen einer Parodontitis (Parodontose)?

Der Parodontitis geht eine länger bestehende Zahnfleischentzündung voraus. Die entzündungsauslösenden Bakterien wandern vom Zahnfleisch bis ins Zahnbett ein und lösen dort die Infektion aus.

Ist Parodontitis gefährlich?

Parodontitis ist unter Umständen nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch dazu führen, dass sich die Zähne lockern und sogar ganz ausfallen.

An welchen Symptomen erkenne ich Parodontitis (Parodontose)?

Neben der Rötung und Schwellung des Zahnfleisches bemerken Betroffene oft Zahnfleischbluten, schmerzendes Zahnfleisch, empfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse.

Was kann der Zahnarzt bei Parodontitis machen?

Der Zahnarzt führt eine Parodontitis-Behandlung durch und entfernt dabei so viel bakterielle Ablagerungen wie möglich. Manchmal verschreibt er ein Antibiotikum. In schwereren Fällen empfiehlt der Zahnarzt eine geschlossene oder sogar offene chirurgische Behandlung.

Was kann ich tun, um einer Parodontitis vorzubeugen?

Eine gute Parodontose-Prophylaxe besteht aus einer sorgfältigen Mundhygiene einschließlich antibakterieller Mundspüllösungen, regelmäßiger professioneller Zahnreinigung und Vorsorgeuntersuchungen. Ein gesunder Lebensstil mit zuckerarmer Ernährung und Nikotinverzicht helfen, gar nicht erst an Parodontose zu erkranken.